Altschweierer CDU Andalusien-Rundreise

Geschichte, Kultur, Politik und Kunst, aber auch Einblicke in die spanische Gesellschaft standen im Mittelpunkt einer siebentägigen Flugreise des CDU-Ortsverbandes Altschweier nach Andalusien, Spaniens südlichster, sonnenreichster und  geschichtsträchtigster Provinz. Klaus Kleiner, Ehrenvorsitzender der Altschweierer Christdemokraten und versierter Reiseorganisator hatte für die 44 Teilnehmer ein interessantes, anspruchsvolles und straffes Reiseprogramm geschnürt, das Andalusien in all seinen Facetten erlebbar machte, bei dem aber auch die Geselligkeit und der geistliche Beistand durch Diakon Georg Beier  nicht zu kurz kamen.

Die Bus-Rundreise führte  von der Provinzhauptstadt Málaga an der Costa del Sol, durch die Sierra Nevada, über Granada, Cordoba, Sevilla, Ronda und endete wieder an der Andalusischen Küste in Málaga, der Geburtsstadt des Künstlergenies Pablo Picasso. Die Deutsche Hilde Bischof, seit 30 Jahren im Land der Sonne zu Hause, begleitete als Reiseleiterin  mit profundem Wissen in allen Bereichen. „Hildi“ tauchte mit ihren deutschen Gästen in die wechselvolle Geschichte Spaniens ein, das  heute EU-Mitgliedsstaat mit 46 Millionen Einwohnern in 17 autonomen Provinzen ist. Beginnend von den ersten menschlichen Ansiedlungen auf der Iberischen Halbinsel um 20.000 v. Chr., über die Phönizier, das sagenumwobene Reich Tartessos,  Karthager, Römer, Vandalen und Westgoten, bis hin zu den Mauren, die 711 n.Chr. die Straße von Gibraltar überquerten und deren Spuren heute noch überall gegenwärtig sind.  Im Jahr 929 wurde Al Andalus zum unabhängigen Kalifat des Westens. Erst im 15. Jahrhundert besiegten die Katholischen Könige „im Namen ihres Glaubens“ mit Granada die letzte Bastion der Mauren.

Auf der Fahrt durch den Naturpark Alpujarras, dem magischen Land zwischen Orient und Okcident, das heute durch Naturtourismus belebt wird, erinnern intelligente Bewässerungssysteme, Häuser im maurischen Stil und eine vielfältige Botanik  an die Zeit des arabischen Einflusses.  Der Besuch einer Schinkenfabrik war Genuss für Auge, Nase und Gaumen, die Fahrt nach Granada auf den mit EU-Geldern ausgezeichnet ausgebauten Straßen, ein grandioses Naturerlebnis. In Granada, wo heute noch etwa 20.000 Muslime leben,  beeindruckten die maurische Palastanlage Alhambra (seit 1984 Weltkulturerbe) mit der Grablege der Katholischen Könige Ferdinand und Isabella, die bezaubernde Gartenanlage Generalife und die Catedral Santa Maria de la Encarnación,  größte Renaissancekathedrale Spaniens. Ein Flamenco-Abend rundete das Granada-Erlebnis kulturell ab.

„Olivenhaine soweit das Auge reicht“, begleitete die Reisegruppe auf ihrer Fahrt nach Cordoba. Reiseführerin Hildi informierte über den Wirtschaftszweig „Olivenkultur und –verarbeitung, nannte  Andalusien „das weltweit größte Olivenanbaugebiet“. Cordoba, die Stadt am Guadalquivir,  einstige Perle des Kalifats von Al Andalus, mit der sich zu jener Zeit nur Konstantinopel und Bagdad messen konnten, zählte in seiner Blütezeit eine Million Einwohner. Wie ein künstlicher Säulenwald wurde das Weltkulturerbe „Mezquita“ mit seinen 23.400 Säulen erlebt. Die Catedral de Córdoba, lebendiges Zeugnis der Rückeroberung Córdobas durch die Christen, wurde mitten in die omaijadische Moschee hineingebaut.

Die Weiterfahrt nach Sevilla führte vorbei an großen landwirtschaftlichen Flächen, wo vorzugsweise Getreide, Sonnenblumen und Rüben angebaut werden. Reiseführerin Hildi informierte über das spanische Schulsystem, die hohe Jugendarbeitslosigkeit (je nach Region bis zu 60 %),  die Situation am Arbeitsmarkt, über Verdienstmöglichkeiten,  geringe Renten und ein flaches Sozialsystem, hohe Mieten, schwer zu bekämpfende Korruption, aber auch über den unerschütterlichen Zusammenhalt spanischer Familien.

Als „Primadonna unter den Andalusischen Städten“ wurde Sevilla bezeichnet. Die Stadt besitzt die größte gotische Kirche der Welt und im Alcázar vereinen sich christliche und islamische Baukunst in Vollendung. Die Kurzfassung der Stadtgeschichte über einem alten Stadttor lautet: „Herkules erbaute mich, Cäsar umgab mich mit Wällen und Türmen, König Heilig nahm mich ein.“  Ronda, „die  weiße Stadt“,  auch als  Wiege des modernen Stierkampfs bezeichnet, wurde als ältestes Siedlungsgebiet Spaniens bezeichnet. Beeindruckend war der Besuch der  Stierzuchtfarm „Reservatauro“ mit Informationen zur Stierkampf-Tradition und einer Torrero-Demonstration, aber auch dem Hinweis, dass im Spanien von heute der Stierkampf nicht unumstritten ist.

Der Kreis der beeindruckenden Studienreise der Altschweierer Christdemokraten schloss sich wieder in Málaga, dem ökonomischen Zentrum  und Dreh- und Angelpunkt der Costa del Sol.

„Andalusien war wirklich eine Reise wert“, war die einhellige Meinung aller Reiseteilnehmer.

2014 Andalusien ab 8.11.  (126)

Sehr angenehm empfunden wurde die kompetente und engagierte Reiseleitung durch Hilde Bischof, die Andalusien in allen Bereichen erlebbar machte und ihre Informationen mit Erzählungen und Poesie umrahmte.  Und für die Sicherheit bei der Bus-Rundreise sorgte Busfahrer Pacco, der die oft bergige und kurvenreiche Straßenführung mit Bravour meisterte.

Christel Dietmeier, Pressereferentin

Autor: Patric Kohler

Sparkassenfachwirt, CDU Mitglied seit 2001, Stelv. Ortsverbandsvorsitzender CDU Vimbuch seit 2001, Stelv. Stadtverbandsvorsitzender seit 2014, Beisitzer im CDU Stadtverband 2001-2014, Leiter Team Zukunft seit 2012, Ortschaftsrat in Vimbuch seit 2004, Gemeinderat in Bühl seit 2015, Stelv. Ortsvorsteher Vimbuch seit 2017

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