Die FU informierte über das neue Pflegestärkungsgesetz II

Mit dem Hinweis „Leben im Alter – ein Thema, das uns alle irgendwann treffen wird und über das wir uns gar nicht früh genug Gedanken machen können“, leitete die Vorsitzende der CDU Frauen-Union Stadtverband Bühl und Umland, Miriam Mandt-Böckelmann, die interessante und von Mitgliedern wie Gästen gut besuchte Informationsveranstaltung zum „Pflegestärkungsgesetz II“ ein, das seit 1. Januar 2017 in Kraft ist.

Referent Bernd Michéle, Kundencenter-Leiter der AOK in Bühl, stellte die reformierte Pflegeversicherung vor mit dem Hinweis: „Gute Pflege lebe von Wissen, vernetztem Denken und Handeln, von Verantwortung und vor allem von Nähe“, denn pflegebedürftig zu sein verändere den Alltag aller Beteiligten. Der Referent streifte die Historie der bisherigen Pflegeversicherung, gab einen Ausblick auf die Herausforderungen der Pflege bis ins Jahr 2030, mit der Befürchtung, dass das familiäre Pflegepotential immer weiter abnehme, der Bedarf an professionellem Pflegepersonal dadurch kontinuierlich wachse.

Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz II hätten alle Menschen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung ihren Alltag nicht eigenständig bewältigen könnten,   nun den gleichen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Kernstück der Pflegereform nannte der Referent „ein neues Verständnis des Begriffs Pflegebedürftigkeit“. Zukünftig gehe es bei der Einstufung der Pflegebedürftigkeit ausschließlich darum, „wie selbstständig sich jemand versorgen kann“. Das bedeute „weg von den Pflegeminuten“, hin zu einer neuen Definition des Begriffs „Pflegebedürftigkeit“. Statt der bisherigen drei Pflegestufen  sehe das neue Pflegestärkungsgesetz fünf Pflegegrade vor.

Mit einer Powerpoint-Präsentation zeigte der Referent den Weg „Schritt für Schritt zum Pflegegrad“ auf, erläuterte das System der sechs Module, sogenannter Lebensbereiche,  wie Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltsweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung des selbständigen Umgangs mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte. Erläutert wurde die Punktevergabe der einzelnen Module, deren Gewichtung bis zu der daraus resultierenden Einstufung in den entsprechenden Pflegegrad. Bernd Michéle sprach von einer neuen Begutachtungsphilosophie, aktivierende Pflege werde gefördert, Pflege aufgewertet und der Bereich Demenzerkrankung erhalte den erforderlichen Stellenwert. Er informierte über die Begutachtungsaufgabe des „Medizinischer Dienst“, die Leistungshöhe in den einzelnen Pflegegraden, sprach über Verhinderungspflege und Entlastungsleistungen sowie die verbesserte Absicherung von Pflegepersonen durch Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.  Der Referent nannte den Übergang bisheriger Modalitäten auf das neue Pflegestärkungsgesetz II „reibungslos“. Es bestehe lebenslanger Bestandsschutz für bisherige stationäre wie ambulante Pflege, es sei keine neue Antragstellung erforderlich. Auch der Übergang von „alter Pflegestufe zu neuem Pflegegrad“ wurde beispielhaft erläutert.

In der  lebhaft geführten Diskussion wurden die Informationen vertieft, die Themen Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung angesprochen und auch aus ganz persönlicher Pflege-Kenntnis berichtet.

Christel Dietmeier, Pressereferentin

Autor: Patric Kohler

Sparkassenfachwirt, CDU Mitglied seit 2001, Stelv. Ortsverbandsvorsitzender CDU Vimbuch seit 2001, Stelv. Stadtverbandsvorsitzender seit 2014, Beisitzer im CDU Stadtverband 2001-2014, Leiter Team Zukunft seit 2012, Ortschaftsrat in Vimbuch seit 2004, Gemeinderat in Bühl seit 2015.

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