Hüttenfest der CDU Altschweier 2013

CDU Ortsverband Altschweier feierte sein traditionelles  Hüttenfest unter dem Thema:

„Unser Wald, ein Stück intakte Landeskultur“

Zu Gast: CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Hauk,

MdL Tobias Wald und CDU-Direktkandidat Kai Whittaker

 

Unter keinem günstigen Wetterstern stand das Hüttenfest der Altschweierer CDU, das bereits zum 34. Mal bei der Kohler-Peter-Hütte im Altschweierer Hochwald „Hoh Kähner“ veranstaltet wurde. Trotzdem  fanden zahlreiche treue CDU-Mitglieder und interessierte Gäste den Weg ins Nebel verhangene und nass-kalte Höhengebiet, angelockt auch vom aktuellen  Thema „Unser Wald, ein Stück intakte Landeskultur“. Dazu hatte der CDU Ortsverband Forstdirektor i.R. Werner Bach, Nationalparkbefürworter Dr. Thomas Waldenspuhl aus Hausach und Nationalparkgegner Prof. Dr. Wolfgang Tzschupke aus Freudenstadt als Referenten eingeladen, die der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Erwin Meier herzlich willkommen hieß. Mit Peter Hauk, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag, MdL Tobias Wald, CDU-Bundestagskandidat Kai Whittaker, der CDU-Kreisvorsitzenden Sylvia M. Felder  und dem Bühler Bürgermeister Wolfgang Jokerst war auch politische Prominenz der Einladung zum Hüttenfest gefolgt.

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Mit einer feierlichen Waldandacht, zelebriert von  Pastoralreferent Sebastian Döbele, eröffneten die Christdemokraten ihr Hüttenfest.  In Ansprache, Gebeten und Liedern stand die Natur im Mittelpunkt. „Für überzeugte Christen“, so Döbele, „ist die Erhaltung der Natur ureigenste Aufgabe und Lebensgrundlage.“ Lektorin Anita Meier trug den ersten biblischen Schöpfungsbericht aus Genesis vor.

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Forstdirektor i.R. Werner Bach tauchte mit interessantem Vortrag in die Forstgeschichte vergangener Jahrhunderte ein,  die stets eng verknüpft mit der Zeit- und Landesgeschichte gewesen sei. Er beleuchtete die Aufteilung der früheren „Marken“, die Entstehung der Waldarbeiterdörfer und die Bedeutung des Waldes für Waldgenossen und  Bevölkerung. Bach erinnerte an die Waldteilung 1792 auf Anregung der badischen Regierung,  die den „Altschweierer Oberbrücker“ (Kappler Seite) und den „Altschweierer Unterbrücker“ (Bühler Seite) Waldbesitz aus dem Kirchspiel Steinbach und den Windeck’schen Waldungen von insgesamt 260 Hektar bescherte. Bach erinnerte an Naturkatastrophen wie Sturmwürfe und Schneebruch Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts,  die die Altschweierer Waldgebiete stark durchlöchert hätten. Mit Blick in die jüngere Waldgeschichte erinnerte der Forstmann  an den 1996 verstorbenen CDU-Ehrenvorsitzenden und Stadtrat Fridolin Hörth, der Freund und Kenner des Altschweierer und Bühler Waldes gewesen sei, „und mich bei Wald-Angelegenheiten stets unterstützt hat“. Fridolin Hörth war auch der Begründer des CDU-Hüttenfestes.

Prof. Dr. Wolfgang Tzschupke aus Freudenstadt, erklärter Gegner des geplanten Nationalparks Nordschwarzwald, untermauerte mit Fakten und Daten, auch visuell präsentiert, seine kritische  Haltung und stellte die Frage „nach dem Mehrwert eines Nationalparks“. Grundsätzliche Überlegungen für ein sachgerechtes Abwägen der möglichen Vor- und Nachteile sowie Alternativen seien nicht ernsthaft geprüft worden. Tzschupke widerlegte Gutachten-Aussagen und nannte die Fläche von 10.000 Hektar „keine zwingende Vorgabe“. Vorstellbar sei ein gezielter Waldumbau auf Teilflächen, unter Bewahrung der Schöpfung und Biodiversität mit positiven regionalwirtschaftlichen Auswirkungen. Er nannte die Biodiversität ein Zusammenspiel der Vielfalt der Arten und der Lebensräume, positiv beeinflusst durch menschliche Gestaltung. Die Wälder seien zu keiner Zeit so naturnah und strukturreich gewesen wie heute. Er sprach die Borkenkäferproblematik, den Klimaschutz und  regionalwirtschaftliche Auswirkungen an. Hinsichtlich Tourismus zog Nationalparkgegner Tzschupke sein Fazit: „Der Tourismus ist sicher kein Thema, das einen Nationalpark erfordert“. Das würden entsprechende Zahlen  anderer Nationalparke belegen.

Dr. Thomas Waldenspuhl, erklärter Nationalparkbefürworter, outete sich als CDU-Mitglied und Fraktionsvorsitzender der CDU im Hausacher Gemeinderat. „Als Christdemokrat bin ich für den Nationalpark“. Er nannte den Wald einen Lebensraum, „der mehr ist als die Summe seiner Bäume“. Auch Waldenspuhl unterlegte seine Ausführungen mit einer visuellen Präsentation, und ging auf die erklärten Ziele des geplanten Nationalparks  ein.  „Natur Natur sein lassen und erleben, was Gottes Schöpfung aus sich heraus selbst macht“.  Er sprach von „der Vision eines vielfältigen Waldmosaiks“, das nur 0,7 Prozent der Waldfläche beanspruche. Es werde kein Quadratmeter Gemeinde- oder Privatwald benötigt. Die Kernzone liege ausschließlich auf Staatswald in einer Höhenlage ab 800 Meter.  Waldenspuhl verwies auf die Verpflichtung zum Schutz und zur Förderung der Artenvielfalt. Den Borkenkäfer nannte er einen „Gestalter, der natürlich die Landschaft verändern wird“, jedoch blieben nach derzeitigem Wissensstand 95 % im Schutzraum. Nachvollziehen könne er die individuelle Betroffenheit von Holzwirtschaft und Sägewerksbetrieben, die sich von der Politik  „verseckelt“ fühlten. Chancen sieht Waldenspuhl jedoch für den Tourismus. „Die Ansichten sind verschieden“, so der Nationalparkbefürworter, „Wertvorstellungen prägen die Entscheidung“. Mit Information, Konsultation und Mitbestimmung sei die Beteiligung von Kommunen und Bürgern gegeben. „Ein Nationalpark ist ein wichtiges Instrument zur Sicherung der biologischen Vielfalt“, fasst Thomas Waldenspuhl zusammen und fügte als persönliches Fazit hinzu „und kein Thema für Parteipolitik“.

Für den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Stuttgarter Landtag ist „der Mehrwert für Nachhaltigkeit und Tourismus nicht erkennbar“. „Wie kann ein Nationalpark zu einem Nationalpark-Erfolg werden?“, fragte Hauk in die Runde. „Nur, wenn die Betroffenen dahinter stünden“, lautete seine Antwort. Die klare Position der CDU sei „Mittragen, wenn die Bevölkerung zustimmt“. Klar sei jedoch auch, „dass die CDU keinem Gesetz zustimmt, das keine Kosten benennt“.

Bürgermeister Wolfgang Jokerst dankte für die Einladung und nannte es „vorbildlich demokratisch“, dass die Altschweierer CDU zum Thema Nationalpark Für- und Wider-Referenten zu Wort kommen ließ. Bei kalkulierbarem Risiko sei der Nationalpark ein Versuch, und er biete auch eine Chance in touristischer Sicht. Die Entscheidung hier mitzumachen, und dadurch auch im Nationalparkrat mitbestimmen zu können, sei im Bühler Gemeinderat mehrheitlich gefallen.

In der anschließend lebhaft geführten Diskussion nannte Werner Bach einen „Naturpark anpassungsfähiger“ und kritisierte „einen Nationalpark inmitten des bereits bestehenden Naturparks“.

Ortsverbandsvorsitzender Erwin Meier dankte den Referenten für die umfassende Information, den Gästen für ihr Kommen und „Aushalten“ trotz ungünstiger Witterung und dem CDU-Serviceteam für beispielhaften Einsatz.

Christel Dietmeier, Pressereferentin

Autor: Patric Kohler

Sparkassenfachwirt, CDU Mitglied seit 2001, Stelv. Ortsverbandsvorsitzender CDU Vimbuch seit 2001, Stelv. Stadtverbandsvorsitzender seit 2014, Beisitzer im CDU Stadtverband 2001-2014, Leiter Team Zukunft seit 2012, Ortschaftsrat in Vimbuch seit 2004, Gemeinderat in Bühl seit 2015, Stelv. Ortsvorsteher Vimbuch seit 2017

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