Mitglieder der Frauen Union Stadtverband Bühl und Umland sowie männliche Gäste trafen sich trotz hochsommerlicher Temperaturen in Balzhofen zum Start der „Exkursion Forstrevier Auenwald“. Försterin Helena Bauer, zuständige Revierförsterin im Dienstbezirk drei, begrüßte die Besuchergruppe in der Nähe des Balzhofener Wasserwerks mit herzlichem Willkommen und der spontanen Einladung „im Wald sind wir alle per Du“. An ihrer Seite die städtische Diensthündin Baya, die die Besuchergruppe aufmerksam begleitete und nicht von der Seite ihrer Herrin wich.
Helena Bauer ist die erste weibliche Revierförsterin der Stadt Bühl und seit August 2024 im Amt. In ihrer Vita wird deutlich: Ihr wurde der Försterberuf in die Wiege gelegt. Bereits ihr Vater war Förster und Jäger und auch die Generationen zuvor waren Männer der Jagd.
Försterin Helena Bauer unterstrich ihre Liebe zu Wald und Natur, gepaart mit einer großen Demut vor allem was im Wald kreucht und fleucht. Sie nannte den Wald Lebensraum für Tiere und einen Erholungsraum für die Menschen, was gegenseitiges Verständnis erfordere. Und sie gestand: „Am Wald macht mir alles Freude und Spaß.“ In ihrem Bereich ist sie auch für die Wildtiere zuständig und ist zu Tages- und Nachtzeiten im Einsatz, wenn es zu Wildschäden bei Unfällen kommt. Auf die Frage nach ihrem Arbeitsschwerpunkt berichtete die Revierleiterin, dass 60 % Büroarbeiten ausmachen würden. In ihrem 900 Hektar großen Revier würden darunter die Planung der Holzernte, die Zusammenarbeit mit Forstunternehmen, die immer wiederkehrende Aufnahme des Waldbestandes, statistische Auswertungen und auch Waldpädagogik fallen. Die Försterin informierte über die Verkehrssicherung bei Waldarbeiten, die Pflege der Waldwege und das klimaangepasste Waldmanagement. Waldwege würden aus Umweltgründen heute nicht mehr geteert sondern geschottert. Informiert wurde auch über die Baumarten des Auenwaldes und deren Vermarktung, das Erlen-Sterben, Neupflanzungen von Pappeln sowie die Einführung nachhaltiger Schutzhüllen bei Neupflan-zungen. Diese Schutzhüllen seien nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus einem verrottbaren Material.
Ein besonderes Erlebnis für die Besuchergruppe war das Fällen einer großen kranken Pappel, deren Baumspitze schon Dürrreschäden zeigte. Forstwirtschaftsmeister Nobert Peter, seit mehr als 30 Jahren im Bühler Forst zu Hause, erläuterte die Arbeitsschritte beim Fällen eines Baumes und Auszubildender Laurenz, im dritten Lehrjahr und kurz vor seinem Prüfungsabschluss, erledigte das Baumfällen mit Bravour.
Nach nahezu drei Stunden interessantem „Wald-Erlebnis“ verabschiedeten sich die
FU-lerinnen vom Auenwald, von Försterin Helena Bauer und ihrem Begleiter Baya, und vertieften das Erlebte in geselliger Runde im „Hofladen Schafraffenland“ in Balzhofen bei Speis und Trank.
Christel Dietmeier, Presereferenin
Norbert Peter und sein Team bei der Arbeit




